Teilzeitstudium und BAföG

Teilzeitstudium und BAföG

Offizielles Teilzeitstudium

Keine Förderung nach dem BAföG
Ein offizielles Teilzeitstudium ist unabhängig von der tatsächlich erbrachten Arbeitsleistung nicht förderungsfähig.

Leistungsnachweis
Der Leistungsnachweis für das BAföG-Amt muss nach dem vierten Studiensemester (nicht Fachsemester) vorgelegt werden, unabhängig davon, ob vor Antragstellung ein Voll- oder Teilzeitstudium absolviert wurde. Maßstab für die Erteilung des Leistungsnachweises sind die üblichen Leistungen des Vollzeitstudienplans, nicht des Teilzeitstudienplans.

Förderungshöchstdauer
Die Förderungshöchstdauer richtet sich nach der Regelstudienzeit des Vollzeitstudiengangs. Wurde vor BAföG-Beantragung ein Teilzeitstudium absolviert und der Leistungsnachweis nach vier Semestern erbracht, kann sich die Förderungshöchstdauer entsprechend verlängern, da ein Teilzeitstudium in ein Vollzeitstudium umgerechnet werden muss. Ob und wie die Umrechnung erfolgt, wird von den BAföG-Ämtern einzelfallabhängig unterschiedlich gehandhabt. Im Bedarfsfall stellt die Koordinierungsstelle Teilzeitstudium eine Bescheinigung über die in Teilzeit absolvierten Semester aus, da sich diese Angabe nicht auf den Studienbescheinigungen findet.

Beschränkte Förderung eines faktischen Teilzeitstudiums

Kindererziehung, Behinderung/Krankheit und Gremientätigkeit rechtfertigen eine spätere Vorlage des Leistungsnachweises und eine Verlängerung der Förderungshöchstdauer; Pflegetätigkeit rechtfertigt dies nicht.

Schwangerschaft/Erziehung eines Kindes Schwangerschaft/Kindeserziehung müssen ursächlich für die Verzögerung des Studiums sein. Voraussetzung für eine Verlängerung der Förderung ist, dass Sie sich trotz Schwangerschaft/Kindeserziehung mindestens 21 Stunden pro Woche dem Studium gewidmet haben. Gelingt der ursächliche und umfängliche Nachweis nicht oder ist das Kind über 10 Jahre alt, ist der Förderanspruch verloren. In diesen Fällen kann ein Teilzeitstudium beantragt werden.

Krankheit
Bei einer Krankheitsdauer von unter 3 Monaten ist es empfehlenswert, im Vollzeitstudium zu bleiben, weiter BAföG zu beziehen und einen Antrag auf Verlängerung der Förderungshöchstdauer zu stellen. Bei einer Krankheitsdauer von über 3 Monaten dagegen entfällt der BAföG-Anspruch. Hier kann im Falle einer chronisch schweren Erkrankung ein offizielles Teilzeitstudium beantragt werden.

Behinderung
Die Behinderung muss ursächlich für die Verzögerung des Studiums sein. In welchem Maß sich die Förderungshöchstdauer verlängert, ist vom Fall abhängig.

Mitwirkung in gesetzlich vorgeschriebenen Hochschulgremien
Das BAföG-Amt anerkennt nur offizielle, sich durch Wahlen konstituierende Gremien. Ein Teilzeitstudium dagegen kann auch von ernannten Gremienmitgliedern aufgenommen werden. Die Förderungshöchstdauer wird nur in dem Maße verlängert, in dem eine Beeinträchtigung des Studiums nachgewiesen wurde.

Diese Information ist nicht rechtsverbindlich und hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie ersetzt nicht eine Klärung des Einzelfalls mit dem BAföG-Amt.

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